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Frührente beantragen – Voraussetzungen und Antragstellung

Viele Menschen können das Ende der Arbeitszeit kaum erwarten, um endlich mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und Zeit für Hobbies zu haben. Und auch Erkrankungen stellen einen Grund für einen vorzeitigen Rentenantrag dar. Allerdings drohen bei einem Ausscheiden vor der Regelaltersgrenze finanzielle Einbußen bei den Rentenbezügen. Alles zur Antragstellung und den Voraussetzungen im Überblick.
Besonderheiten
  • Abschläge bei Frührente
  • meist bei Krankheit
  • Frührente für bestimmte Berufe
  • Antrag bei Rentenversicherung
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Wer eine Frührente vor dem regulären Eintritt in das Rentenalter bezieht, muss mit Abschlägen von 0,3 Prozent je Monat rechnen, in dem die Rente früher bezogen wird.
  • In den meisten Fällen fällt die Frührente aufgrund einer verringerten Erwerbsfähigkeit durch Krankheit an. Doch auch bestimmte Berufe haben die Möglichkeit, sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen zu lassen.
  • Den Antrag auf Frührente stellt man bei der Rentenversicherung. Liegt eine Erwerbsminderung vor, ist zusätzlich ein ärztliches Attest notwendig, das die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bescheinigt.

Gründe für die Frührente

Manchmal fehlt es einfach an der Motivation, um wirklich bis zum vollen Renteneintrittsalter zu arbeiten. In vielen Fällen sind jedoch Erkrankungen ein wesentlicher Grund, um die Frührente zu beantragen.

Die Erwerbsminderungsrente steht allen Betroffenen zu, bei denen eine ärztliche Prüfung ergibt, dass eine Arbeitszeit über 3 Stunden täglich nicht möglich ist.

Krankheit – Erwerbsminderungsrente

Im Falle der Erwerbsminderungsrente muss eine betroffene Person die medizinischen Voraussetzungen für den Bezug erfüllen. Kann man aufgrund eines Arbeits- oder Privatunfalls nicht mehr arbeiten, besteht ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Der Bezug unterliegt dabei folgenden Voraussetzungen:

  • ärztlicher Nachweis, dass man < 3 Stunden täglich arbeiten kann
  • in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt
  • Wartezeit von mindestens 5 Jahren ist erfüllt

Das Alter, die Branche oder der Beruf spielen hingegen keine Rolle bei der Entscheidung über die Rente.

Zuletzt stieg die Zahl der Anträge aufgrund von Depressionen, Sucht oder Persönlichkeitsstörungen deutlich an. Frührentner*innen mit psychischen Erkrankungen sind durchschnittlich erst 49 Jahre alt.

Frührente beantragen – diese Voraussetzungen gelten

Um einen Antrag auf Frührente stellen zu können, muss vor allem eine Voraussetzung erfüllt sein:

  • Einzahlungen in die Rentenkasse von mindestens 3 Jahren innerhalb der letzten 5 Jahre

Das kann sich als problematisch erweisen, wenn man aufgrund einer familiären Auszeit für eine Weile keine Beiträge geleitet hat.

Antrag stellen – wo?

Den Antrag auf Frührente stellt man direkt bei der Rentenversicherung. Im Falle der Frührente durch Krankheit oder Depression muss ein ärztliches Attest vorliegen, aus dem die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit hervorgeht. Nicht selten beauftragt die Rentenversicherung zudem einen Amtsarzt, der die Untersuchung zur Bewilligung durchführt, um Betrug zu vermeiden. Die Versicherung prüft den Antrag anschließend.

Der Tag der Abgabe entscheidet dann über den Beginn der Rentenzahlung. Bei einer Erwerbsminderung gilt der Tag, an dem die Erwerbsminderung eingetroffen ist – zumindest, wenn der Antrag innerhalb von drei Monaten nach diesem Datum eingeht. Andernfalls gilt erst der Monat der Antragstellung als Beginn für die Rentenzahlung.

Dokumente zur Antragstellung

Neben dem ausgefüllten Antragsformular ist eine ganze Reihe weiterer Unterlagen notwendig, um den Rentenantrag zu vervollständigen:

  • Personalausweis / Reisepass
  • Steueridentifikationsnummer
  • Bankverbindung
  • Rentenversicherungsnummer
  • Nachweise über absolvierte Berufsausbildungen
  • Nachweise über Ausbildungszeiten
  • Geburtsurkunden der Kinder
  • Nachweise über Zeiten der Arbeitslosigkeit und Krankheit
  • Schwerbehindertenausweis und Feststellungsbescheid vom Versorgungsamt

Frührente vor dem Renteneintrittsalter

Nicht nur eine Erwerbsminderung, sondern auch andere Voraussetzungen ermöglichen einen Antrag auf Frührente. Das können beispielsweise folgende Gründe sein:

  • Vorgezogene Altersrente für Frauen ab 60 bei einem Geburtsjahr vor 1952 und 15 Beitragsjahren
  • Rente für langjährig und besonders langjährig Versicherte
  • Frührente nach Arbeitslosigkeit
  • Frührente nach Erwerbsminderung und Schwerbehinderung
  • Arbeitslose ab 63, die mindestens 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, nach Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt mindestens 58 Wochen arbeitslos waren und in den vergangenen 10 Jahren 8 Jahre lang Pflichtbeiträge geleistet haben
  • Vor 1952 geborene Angestellte in Altersteilzeit, die mindestens 15 Jahre lang einen rentenversicherungspflichtigen Job ausgeübt haben, davon mindestens 8 Jahre unmittelbar vor dem Renteneintritt

Abschlagsfreie Rente ab 63

Viele Menschen wünschen sich einen möglichst frühen Renteneintritt. Entsprechend groß ist das Interesse an der Rente mit 63, ohne jedoch Einbußen in der Rentenhöhe hinnehmen zu müssen. Hier spielt die Dauer der Versicherung eine maßgebliche Rolle: Bei einer Versicherungsdauer von 35 Jahren gelten Kürzungen von 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbeginns. Erst Personen, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben, sind nicht von derartigen Abschlägen betroffen.

Das bedeutet, dass Antragstellende bereits mit 18 Jahren im Berufsleben gewesen sein müssen. Bei diesen 45 Jahren werden jedoch auch Zeiten wie ein freiwilliges soziales Jahr, Wehrdienst oder die Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr, die Pflege Angehöriger, der Bezug von Krankengeld sowie geringfügige Beschäftigungsverhältnisse angerechnet.

Aufgrund der allgemeinen Anhebung des Renteneintrittsalters erhöht sich auch das Eintrittsalter für die Frührente ohne Abschläge. Wer nach 1958 geboren wurde, kann diese erst ab einem Lebensalter von 64 Jahren beantragen. Ab einem Geburtsjahr 1964 ist hingegen für die frühzeitige Rente das Erreichen des 65. Lebensjahres ausschlaggebend.

Für besondere Berufsgruppen

Es gibt einige Berufsgruppen, die aufgrund einer besonders hohen beruflichen Beanspruchung auch ohne Abschläge früher in Rente gehen dürfen:

  • die Frührente mit 55 erhalten Beamte und Angestellte, die einer hohen Belastung ausgesetzt sind,
  • Mitarbeiter*innen der Feuerwehr, Piloten der Lufthansa, Schwerbehinderte mit einem GdB von 50 und mindestens 35 Rentenbeitragsjahren sowie Beschäftigte im Bergbau, die mindestens 25 Jahre davon unter Tage tätig waren, haben einen Anspruch auf die Frührente mit 60

Bei Beamt*innen

Beamt*innen, die ihrer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr nachgehen können, gelten als dienstunfähig. Beamt*innen auf Lebenszeit erhalten in diesem Fall ein Ruhegehalt. Beamt*innen auf Zeit oder Probe hingegen werden aus dem Dienst entlassen und erhalten lediglich eine Erwerbsminderungsrente.

Beamt*innen, die vorzeitig in den Ruhestand wechseln möchten, können ab dem 63. Lebensjahr einen Antrag stellen. Auch hier drohen Abschläge, wenn sie nicht mindestens 45 Jahre der versorgungsrechtlich relevanten Zeiten erfüllt haben.

Bei Arbeitslosigkeit & Co.

Seit dem Jahr 2011 erhalten Menschen im ALG-2-Bezug keine Rentenversicherungsbeiträge durch das Jobcenter mehr. In dieser Zeit erwerben Betroffene damit keine weiteren Rentenansprüche, da der Gesetzgeber die Grundsicherung lediglich als Beseitigung einer akuten Notlage betrachtet, nicht aber der langfristigen Sicherstellung des Lebensunterhalts.

Laut SGB II ist zudem eine Zwangsverrentung ab dem 63. Lebensjahr möglich, wenn Menschen im Hartz-4-Bezug sind. Hiernach müssen Betroffene andere Sozialleistungen nutzen, die einen Ausweg aus Hartz 4 bedeuten. Das ist allerdings nur möglich, wenn die künftige Rente inklusive ihrer Abschläge nicht so gering ist, dass zusätzlich zum Rentenbezug eine Grundsicherung nötig wäre.

Rentenabschläge bei Frührente

Die Frührente fällt in den meisten Fällen geringer aus als die normale Altersrente. Für jeden Monat, den man vor dem regulären Eintritt in den Rentenbezug in Rente geht, gilt ein Abschlag von 0,3 Prozent.

Eine Person, die z. B. 5 Jahre vor dem eigentlichen Renteneintrittsalter in Rente geht, muss einen Abschlag von 18 Prozent hinnehmen (das entspricht 60 Monaten á 0,3 Punkten). Dies ist gleichzeitig auch der maximale Abzug.

Hinzu kommt eine Minderung in Höhe des Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrages.

Wichtig ist dabei, dass die verminderte Rente dann nicht mit dem regulären Renteneintrittsalter aufgestockt wird, sondern der Abschlag auch weiterhin einbehalten wird und die finanziellen Einbußen ein Leben lang bestehen. Möglich sind hier allerdings Sonderzahlungen oder eine rückwirkende Zahlung der fehlenden Beiträge, um die Verluste auszugleichen.

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