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Krankenkassenbeitrag für Rentner

Mit dem Eintritt in die Rente verändert sich für ältere Menschen das komplette Leben. In vielen Bereichen des Lebens gibt es Sonderkonditionen und spezielle Tarife für Rentner und Rentnerinnen. Doch wie verhält es sich dabei mit dem Krankenkassenbeitrag für Rentner?
Besonderheiten
  • Rentenversicherung zahlt AG-Anteil
  • KVdR als günstigste Lösung
  • freiwillige GKV ist teurer
  • Zuschuss für PKV-Mitglieder
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Die Krankenversicherung der Rentner ist die günstigste Lösung bei den Krankenkassenbeiträgen, da die wenigsten Nebeneinkünfte ebenfalls zur Beitragsberechnung hinzugezogen werden.
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte müssen z. B. auch Mieteinnahmen für die Berechnung angeben. Auch entfällt hier der Anteil des Rentenversicherungsträgers, sodass die Beiträge höher ausfallen.
  • Mitglieder von privaten Krankenversicherungen können sich bezuschussen lassen.

Möglichkeiten der Krankenversicherung als Rentner

  • Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung
  • freiwillige gesetzliche Versicherung
  • eine private Krankenversicherung

Günstig versichert

Wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent der Zeit gesetzlich versichert war, hat unter Umständen Anspruch auf die Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Angerechnet werden Zeiten der Familienversicherung dabei pro Kind pauschal mit drei Jahren Vorversicherungszeit, wobei die Berechnung des Zeitrahmens mit dem Beginn der Ausbildung startet.

Das hat den Vorteil, dass auf viele Einnahmen keine Krankenkassenbeiträge entfallen. Ob ein Anspruch auf die KVdR besteht, kann die Krankenkasse zum Rentenbeginn prüfen. Umgekehrt kann man sich hier auch innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht von der KVdR befreien lassen und die Versicherung wechseln. Ein späterer Wechsel ist nicht mehr möglich.

Der Zusatzbeitrag, den viele Krankenkassen erheben, wird allerdings jedoch dennoch fällig.

Freiberufler und Selbstständige haben Anspruch auf die gesetzliche Rente, wenn sie wie auch die pflichtversicherten mindestens 90 Prozent der Erwerbszeit gesetzlich krankenversichert waren und dabei zudem einen Anspruch auf die gesetzliche Rente erworben haben.

Alternativ ist eine freiwillige gesetzliche Versicherung möglich, die allerdings vielfach teurer ist als die Beiträge der KVdR.

Was ist die Krankenversicherung der Rentner?

Die KVdR ist keine eigene Krankenkasse, sondern gleicht vielmehr einem Status. Wer lange genug pflichtversichert war und eine gesetzliche Rente bekommt, gilt in der KVdR als pflichtversichert. Dabei ist wie für alle Versicherungsnehmer auch für die Mitglieder der KVdR ein Versicherungswechsel möglich.

Das hat gegenüber der freiwilligen Versicherung, dass zwar Krankenkassenbeiträge auf die Rente, Arbeitseinkommen und Versorgungsbezüge entfallen, Einkünfte aus Mieteinnahmen, Zinsen oder privaten Rentenversicherungen davon allerdings unberührt bleiben.

Höhe der Beiträge

Versicherungspflichtige Rentner müssen nicht nur für die Beiträge aus der Rentenversicherung, sondern auch für sogenannte Versorgungsbezüge und Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit Beiträge in die Krankenversicherung einzahlen. Der Beitragssatz liegt bei 14,6 %. Die Beiträge tragen der Rentenversicherungsträger und die Rentner dabei für die Beiträge aus der Rentenversicherung ebenso wie für den Zusatzbeitrag zur Hälfte. Die Beiträge aufgrund von weiteren Einnahmen obliegen hingegen der versicherten Person.

Waisenrenten und vergleichbare Leistungen aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen sind innerhalb bestimmter Altersgrenzen beitragsfrei.

Was sind Versorgungsbezüge?

Die Beiträge für Versorgungsbezüge und Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit müssen die Rentner selbst zahlen. Versorgungsbezüge sind dabei z. B.

  • Bezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis oder aus einem Arbeitsverhältnis mit Anspruch auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder Grundsätzen
  • Bezüge aus der Versorgung der Abgeordneten, parlamentarischen Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie Ministern
  • Renten der Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen für Angehörige bestimmter Berufe
  • Renten und Landabgaberenten nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte
  • Renten der betrieblichen Altersversorgung einschließlich der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst und der Hüttenknappschaftlichen Zusatzversicherung

Freiwillig gesetzliche Versicherung

Freiwillig Versicherte zahlen monatlich höhere Beiträge als Mitglieder der KVdR. Bei freiwillig versicherten Rentnern werden alle Einnahmen zugrunde gelegt: Renten, Versorgungsbezüge, Arbeitseinkommen, sonstige Einnahmen wie z. B. Mieteinnahmen. Freiwillig Versicherte tragen den Beitragssatz bis zur Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 4.837,50 Euro monatlichem Einkommen allein, können sich jedoch einen Zuschuss holen, sodass sich der Versicherungsträger ebenfalls zur Hälfte an den Aufwendungen beteiligt.

In Zahlen gemessen stellen sich die Beiträge für freiwillig versicherte Selbstständige wie folgt dar:

Personenkreis Anspruch auf Krankengeld Beitragshöhe pro Monat
Über der Versicherungspflichtgrenze verdienende Arbeitnehmer/innen ja 706,28 €* **
Mindestbeitrag allgemein (Mindestbemessungsgrundlage: 1.096,67 €) nein 153,53 €*
Mindestbeitrag für Selbstständige (Mindestbemessungsgrundlage: 1.096,67€) nein 153,53 €*
Mindestbeitrag für Selbstständige (Mindestbemessungsgrundlage: 1.096,67€) ja 160,11 €*
Höchstbeitrag für Selbstständige/sonstige freiwillig Versicherte nein 677,25 €*
Höchstbeitrag für Selbstständige ja 706,28 €*

* Daneben können Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag erheben.
** Beitragszuschuss des Arbeitgebers: 353,14 €

Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege-und-tarife.html

Freibeträge für Betriebsrenten

Seit Dezember 2019 sorgt das Gesetz zur Einführung eines Freibetrages in der GKV zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge (GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz für eine Entlastung für Bezieher von Betriebsrenten. Der Freibetrag liegt aktuell bei 164,50 Euro pro Monat, für den keine Krankenkassenbeiträge erhoben werden. Er wird jährlich angepasst und folgt ungefähr der durchschnittlichen Lohnentwicklung.

Zuschuss zur privaten Krankenversicherung

Beziehen Rentner und Rentnerinnen eine gesetzliche Rente, ist es möglich, einen Zuschuss zur PKV zu beantragen. Denn anders als die gesetzliche Krankenversicherung passen sich die Beitragssätze hier im Alter nicht an das geringere Einkommen an – was Rentner nicht selten in eine finanzielle Notlage führt. Möglichkeiten, um die Beitragszahlungen zu senken, sind beispielsweise ein Wechsel in den Basis- oder Standardtarif oder einen Tarifwechsel innerhalb der eigenen Krankenversicherung.

Wechsel der Krankenkasse

Auch im Alter ist der Wechsel der Krankenkasse noch ohne Gesundheitsprüfung möglich. Allerdings verwehren gesetzliche Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr vielfach den Zutritt, wenn Menschen von der privaten in die GKV wechseln möchten. Hier hilft dann meist nur der Wechsel zu einer anderen PKV oder ein interner Vertragswechsel, um Kosten zu sparen.

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